Scheinwerferlicht – eine Frage der Einstellung

Und ewig grüßen Blender, Funzler, Einäugige. Nein, das ist leider kein Film. Auch 2021 bilanzierten Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und Deutsche Verkehrswacht (DVW) beim alljährlichen Licht-Test düstere Ergebnisse: Mehr als jedes vierte Auto fuhr mit mangelhaftem Licht, jedes fünfte mit defekten Scheinwerfern. Zu niedrig eingestellte Frontlichter wurden bei acht Prozent der Fahrzeuge, zu hoch eingestellte bei knapp neun Prozent bemängelt.

„Eine gefährliche Einstellung“, warnt Heiner Plitt von Hella Gutmann Solutions. „Denn genau auf die kommt es vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit an. Viele Autofahrer wissen nicht, warum und wie man Scheinwerfer einstellen muss“. Erklärungen vom Licht-Profi.

Warum müssen Scheinwerfer präzise leuchten?

Sind Scheinwerfer zu hoch eingestellt, blenden sie den Gegenverkehr. Strahlen sie zu tief, wird die Straße nicht weit genug ausgeleuchtet, die Fahrer erkennen Hindernisse oder andere Verkehrsteilnehmer zu spät. Das Gefährliche bei den Funzlern: Das Auge gewöhnt sich schleichend an die immer schlechter werdende Sicht. Die Norm ist: 50 bis 100 Meter weit sollten Fahrer Straße, Schilder und andere Verkehrsteilnehmer klar sehen können. Der Abstand zwischen zwei Leitpfosten beträgt in der Regel 50 Meter.

Wie kommt es, dass Scheinwerfer blenden?

Das kann an einer falschen Einstellung der Leuchtweitenregulierung (LWR) liegen, aber auch an einer fehlerhaften Grundeinstellung.

Wann müssen Scheinwerfer in jedem Fall überprüft beziehungsweise korrigiert werden?

Anlässe dafür gibt es viele:

• Das Auto ist voll beladen – mit Passagieren, Urlaubsgepäck… (bei Fahrzeugen ohne automatische LWR).

• Es zieht einen Anhänger oder Wohnwagen (bei Fahrzeugen ohne automatische LWR).

• Der Gegenverkehr gibt mit Lichthupe Zeichen.

• Scheinwerfer wurden repariert oder neu eingebaut bzw. die Leuchtmittel wurden gewechselt

• Der Fahrer hat das Gefühl, die Straße nicht weit und ausreichend einzusehen.

• Die Fehleranzeige im Fahrzeug für die Scheinwerfer meldet sich.

Und wie funktioniert die Einstellung der Leuchtweitenregulierung?

Fahrer von Autos mit modernen Lichtsystemen, wie Xenon- und LED-Scheinwerfer, die über eine automatische LWR verfügen, brauchen sich keine Sorgen zu machen. Die Bordelektronik erkennt über Sensoren Beladungsveränderungen und gleicht sie durch eine automatische Nachjustierung des Neigungswinkels aus.

Bei Fahrzeugen mit manueller Leuchtweitenregulierung drehen die Fahrer am Rändelrad meist neben dem Lenkrad oder gehen über das Steuerungsmenü. Die entsprechenden Schalterpositionen finden sich in der Bedienungsanleitung. Nicht vergessen: Nach großer Fahrt mit schwerer Last muss das Rädchen auch wieder zurückgestellt werden.

Hilft das alles nichts, kann es sein, dass eine mangelhafte Grundeinstellung der Scheinwerfer das Problem verursacht.

Wie lässt sich eine mangelhafte Grundeinstellung der Scheinwerfer beheben?

Hier sind die Werkstatt-Profis gefragt. Sie verfügen über den dazu nötigen zertifizierten Lichteinstellplatz und das fachliche Know-how. Viele moderne Lichtanlagen mit intelligenten Funktionen wie Fernlichtassistent lassen sich dagegen nur mit Diagnosegeräten in die Grundeinstellung setzen.

Beste Gelegenheit für den Check ist der jährliche Lichttest von ZDK und DVW im Oktober.

Wird für falsch eingestellte Scheinwerfer eine Strafe fällig?

Ja. Die Fahrer von Blendern und Autos mit defekter Beleuchtung riskieren 20 Euro Bußgeld. Gefährden sie andere, kostet das 25 Euro, mit Sachbeschädigung 35 Euro.


Bild: ProMotor/T.Volz